Ich bin ja ein Fan von Schmetterlingsorchideen (Phalaenopsis), die bei mir immer wieder üppig blühen. Bei mir überleben nur robuste Zimmerpflanzen und da diese Orchideen fast noch pflegeleichter sind als Kakteen, haben immer mehr Töpfe bei mit Einzug gehalten.
Ich bekomme auch immer mal wieder abgeblühte und kränkelnde Exemplare von Bekannten oder Familienmitgliedern mit dem Hinweis: “Ich bekomme die sowieso nicht mehr zum Blühen … versuch’s Du mal …”.
Dabei sind sie wirklich völlig anspruchslos. Mit Wasser und Dünger sollte man wirklich geizen. Düngen tue ich vielleich zweimal im Jahr und Wasser bekommen sie bei mir einmal in der Woche (Staunässe unbedingt vermeiden). Hell sollten sie stehen aber möglichst nicht auf einer Heizung. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie lieber blühen, wenn sie nicht zu warm stehen.
Aber jetzt zu meinem heutigen Thema. Einige Töpfe waren wieder zum Umtopfen dran und das habe ich jetzt hier einmal dokumentiert. Wenn zu viele Luftwurzeln den Topf verlassen, dann sollte man einfach mal Umtopfen. Auf keinen Fall die Luftwurzeln einfach abschneiden!
Mit der folgenden Methode bekommt man auch wuchernde Pflanzen wieder ganz gut in den Griff und bis jetzt haben alle meine Schützlinge die Prozedur gut überstanden und gedeihen prächtig.
Man wartet am Besten bis alles abgeblüht ist, bevor man anfängt. Auch sollte die Pflanze trocken stehen, das Substrat lässt sich dann leichter entfernen. Ich topfe immer auch einem großen Tablett oder Untersetzter um. Da verstreut sich das Substrat nicht so.
Und hier kommt jetzt mein erster Kandidat.
Wie man schön sehen kann, wachsen die Wurzeln schon oben und unten unschön aus dem Topf heraus.
Ich ziehe die Pflanze jetzt vorsichtig samt Substrat aus dem Topf heraus.
Man kann oben ganz gut sehen, dass sich schon wieder ein kleiner Blütentrieb rausschiebt. Es war also allerhöchste Umtopfzeit.
Jetzt entferne ich vorsichtig das ganze Substrat von den Wurzeln. Das kommt dann in den Kompost oder die Biotonne.
Jetzt ist der Kandidat ziemlich nackig und es kommt der Rückschnitt dran. Mit einer Gartenschere schneide ich ca. 2/3 des Wurzelstrunkens mit einem beherzten Schnitt ab. Es sollten oben noch mindestens 5 bis 6 gute Wurzeln übrig bleiben.

Die Wurzeln des oberen Teils sollten dabei nicht verletzt werden, manchmal eignet sich deshalb besser auch ein scharfes Messer.


Zum Desinfizieren kann man die Schnittfläche jetzt noch mit Zimt bestreuen. Ich schneide jetzt auch noch Abgestorbenes und ggf. Fauliges weg.
So erleichtert kann der Kandidat jetzt wieder zurück in den Topf. Ich nehme meistens wieder den gleichen Topf, denn wirklich größer werden die Orchideen ja meistens nicht.
Am besten “dreht” man die Wurzeln wieder in den Topf. Die Wurzeln sollte natürlich nicht geknickt werden. Wenn’s aber doch mal passiert, ist das auch kein Beinbruch, das stehen die Pflanzen ganz gut durch.

Jetzt fülle ich den Topf wieder mit Orchideensubstrat auf. Auf keinen Fall normale Blumenerde verwenden. Die bleibt viel zu feucht und die Orchidee würde anfangen zu faulen.


Jetzt noch ein Tauchbad in lauwarmen Wasser, gut abtropfen lassen und die Pflanze kann wieder zurück auf’s Fensterbrett.